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Tablettengabe
So mancher Katzenhalter kommt überraschend in die Situation, seinem Liebling Tabletten verabreichen zu müssen, weil er krank ist. Nicht jede Katze ist gleich, d. h. manche machen keinerlei Probleme: Man vergräbt die Tablette einfach im Futter und sie wird unbemerkt mitgegessen. Das funktioniert bei sehr vielen Katzen jedoch nicht, und so findet man im Internet zahlreiche verzweifelte Katzenhalter, die nicht mehr weiter wissen, weil ihre Samtpfote schlichtweg die Tablette immer liegen läßt - auch wenn diese noch so gut und geschickt versteckt bzw. mehrmals verkleinert wurde. Wenn man dann meint, in der Suchmaschine einen brauchbaren Link gefunden zu haben, wird man oft enttäuscht, da man nur auf irgendwelche Witzseiten kommt. Aber natürlich gibt es auch brauchbare Tips. Da wird beispielsweise von Vitaminpasten Gebrauch gemacht - die Tablette wird oben auf die Tube gelegt, die wohlschmeckende Paste herausgedrückt, und das Kätzchen schlingt es gierig herunter. Manche schwören auf Leberwurst. Diese Methoden sind jedoch nicht immer praktikabel. Wenn man beispielsweise eine Katze mit IBD oder einer anderen Krankheit hat, bei der sie nur ganz bestimmte Dinge fressen darf, könnte sich die Wurst oder sogar die Vitaminpaste als fatal erweisen.
Die Tricks unserer Kleinen Manche Exemplare sind besonders gewieft im Vorgaukeln, die Tablette geschluckt zu haben. Da wird beispielsweise die Tablette irgendwo im Mund versteckt und sogar ein ganz offensichtliches Schlucken gezeigt, sodaß man glaubt, die Sache ist - im wahrsten Sinne des Wortes - gegessen. Doch dann findet man am nächsten Tag unter der Couch zufällig die weiße Scheibe...
Was wir erlebt haben: Die Tablette wurde im Mund gelassen. Sämtliches Reiben am Hals, um den Schluckreflex auszulösen, brachte nichts. Und jetzt der Clou: Da ließ man dann so viel Speichel ansammeln, bis die Tablette aufgelöst war - und dann wurde der Speichel herauslaufen gelassen. Keine Chance.
Die Lösung Es gibt jedoch eine weitere Methode: Man nehme ein Schnapsglas, fülle es mit lauwarmem Wasser. Dann die Tablette reinlegen und warten, bis sie sich aufgelöst hat. Zuvor sollte man sich aus der Apotheke eine normale 5-ml-Spritze (ohne Nadel!) besorgen. Damit zieht man die Lösung auf. Manche Spritzen haben auch einen kleinen Aufsatz als Art “Verlängerung”. Jetzt geht es zur Verabreichung. Dabei sind prinzipiell wichtige Dinge zu beachten:
1. Ruhe bewahren Gehen Sie ruhig auf den Patienten zu. Keine Hektik. Falls es nicht gleich klappt - ruhig bleiben!
2. Wie Sie Ihren Schatz anfassen, ist sehr unterschiedlich und hängt vom jeweiligen Charakter ab. In der Regel läßt sich empfehlen, sich vor die sitzende Katze zu knien, sie am Nacken zu greifen und diesen nach hinten und oben zu ziehen, bis sich das Mäulchen öffnet. Dann vorsichtig die Spritze von der Seite im Mundwinkel einführen - auf keinen Fall grob sein, da Sie sonst Verletzungen verursachen könnten. Drücken Sie die Spritze einfach sanft an den Mundwinkel. Irgendwann öffnet sich dann das Mäulchen - und dann gilt’s!
3. Flüssigkeit in mehreren Schritten einspritzen! Spritzen Sie auf keinen Fall den Inhalt der Spritze auf einen Schlag komplett rein! Katzen können nur ganz winzige Mengen an Flüssigkeit schlucken, d. h. wenn man zu forsch vorgeht, kann sich die Katze verschlucken oder anfangen zu würgen. Auch nicht die Hälfte der Spritze auf einmal. Fangen Sie in ganz, ganz kleinen Schritten an und lassen Sie Ihrem Liebling beim Schlucken Zeit.
4. Flüssigkeit nicht zu weit hinten ins Mäulchen spritzen! Dies könnte nämlich dazu führen, daß die Katze das “in den falschen Hals” bekommt und unter Umständen sogar daran erstickt!
5. Loben Wenn Sie fertig sind, loben Sie Ihren Schatz und gönnen Sie ihm eine Schmeicheleinheit.
6. Bei Mißerfolg nicht verzagen Wenn die beschriebene Methode nicht gleich auf Anhieb klappt, geben Sie nicht auf. Übung macht den Meister und jede Katze erfordert eine individuelle Herangehensweise. Irgendwann stellt sich dann der Erfolg ein.
Wichtiger Hinweis: Für etwaige Verabreichungs- oder Anwendungsfehler, die zu Schäden/Verletzungen bei Ihrem Haustier führen, übernehme ich keinerlei Haftung. Ich schildere hier nur Verfahren, die aus eigener Erfahrung funktioniert haben, und keine Prozedur, die hundertprozentig zum Erfolg führt. Ich weise in diesem Zusammenhang explizit auf den Disclaimer dieser Website hin (s. “Haftungsausschluß”).
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